14 Aug
von Blogorinne - Kategorie: Aktuelles
“Warum habt ihr Lesben kurze Haare, kleidet euch wie Männer und seid ungepflegt?”
Das sind Fragen, die ich als Lesbe immer wieder höre. Und nicht mehr hören kann. Egal ob von heterosexueller oder schwuler Seite. Vorwurfsvoll ist dann der Blick, erwartungsvoll wird er, wenn man als Gefragte erst mal tief einatmet.
Soll ich einfach den Kopf schütteln und die Frage ignorieren? Soll ich die Lesben verteidigen? Soll ich zustimmen?
Ist es ein Aufbegehren gegen die patriarchal auferlegten Schönheitsideale? Ist es ein Spielen mit den Geschlechtern? Ein Antiinteresse an Style? Ein klares politisches Statement? Tradition? Lust? Vorurteil? Bequemlichkeit? Identifizierung mit anderen Lesben? Freiheit? Ghettoisierung?
Liebe Mitlesben, egal ob mit „männlichen“ oder „weiblichen“ Attributen: Was sagt ihr dazu?

Seelenverwandte? Das landwirtschaftliche Gefährt und Lesben.
Die Schwulen habens leicht: Sie sind wie der Sven Epiney Lieblingsenkel unserer Grossmütter, oder wie der Aeschbacher die Lieblingstunte unserer Tanten (und unserer Onkels). Oder gar wie Leonard – Repräsentant der tendenziell konservativ-ländlichen Freunde der Volksmusik.
Die Schweizerinnen und Schweizer lieben sie, hätscheln sie und schreiben über sie – als wäre die Schweizer Illustrierte ohne schwule Liebesgeschichten sinnlos. Homomänner seien hip und cool, nett und hübsch. Die Vorwürfe eines überfreien sexuellen Verhaltens ziehen längst nicht mehr. Sogar der heterosexuelle Mann lässt sich auf ein Feierabendbier mit dem schwulen Kollegen ein. Die Schweizerinnen und Schweizer sind ein einig Volk von Schwulenfreunden.
Und irgendwo stehen wir Lesben. Unbemerkt wie Mauerblümchen. Dabei geben wir uns Mühe der heterosexuellen Mehrheit zu gefallen: Wir kleiden uns bisweilen richtig sexy, tragen Absätze und langes Haar, schäkern mit Hetifrauen und mimen Kumpels von Hetijungs, die wiedereinmal Stunk mit Frauen haben. Wir gruppieren uns in Netzwerken und zeigen uns mit unseren Kindern in der Öffentlichkeit.
Doch nichts geschieht.
Noch immer gibt es in der Schweiz kein fesches Frauenpärchen, über das es sich zu Berichten lohnt. Noch immer keine Nachfolgerin auf Karin Rüfli im Schweizer Fernsehen. Dabei wäre die Publizität unserer Mitlesben so wohltuend und bereichernd. Die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch machts vor: Sie ist die einzige, die wir bewundern dürfen. Die einzige, die in Schweizer Stuben ein Plätzli hat. Eine Lieblingsschwiegertochter. Warum nur sie? Sind wir Schweizer Lesben einfach nur langweilig?

Corine Mauch – soll sie die einzige Lesbe sein in der Schweizer Öffentlichkeit?

Ellen Degeneres und angetraute Portia DeRossi – Ein Vorzeigepärchen.

Lindsay Lohan und DJ Samantha Ronson – Lieber Skandale als gar keine News zu Lesben.

Anne Will und Miriam Meckel – Intelligenz meets Schönheit oder vice versa. Unsere deutschen Vorreiterinnen.
Im April meldet sich an dieser Stelle unsere neue WyberNet-Bloggerin zu Wort - wir sind gespannt und freuen uns!

Einen interessanten Bericht habe ich bei Silke gefunden: Transexueller Mann, der vorher eine Frau war, als Mann anerkannt ist aber keine OP vollziehen liess, ist jetzt schwanger. Das Kind wird im Juni 2008 erwartet. Seine Frau konnte keine Kinder mehr bekommen, da sie ihre Gebärmutter nicht mehr hat. Und nun meint Silke, dass das irgendwie nicht geht, weil der Mann sich nun mal für den Mann-Status entschieden hat, sich zwar noch im Frauen-Körper befindet aber trotzdem die Konsequenzen daraus tragen soll.
Irgendwie gebe ich ihr Recht. Zumindest hätte das Paar sicher nicht an die Öffentlichkeit gehen müssen. Warum auch? Was war ihre Motivation ?
Und natürlich gebe ich auch allen anderen Recht, die sagen, dass jeder Mensch das Recht über ihren Körper hat und damit machen kann, was er/sie will.
Das ganze ist ein schwieriges Thema, aber schlussendlich: was solls, dann bekommt halt ein Mann das Kind!
Seit der Aufschaltung der Lohnumfrage am 5.März 2008 hat WyberNet bereits diverse Zuschriften zu diesem Thema erhalten. Ein Beispiel:
“Zum Thema Lohn oder in meinem Fall Sackgeld kann ich nur so viel sagen, dass ich einst in einer Bude arbeitete, in der zwei gleichaltrige Männer rund einen Tausender mehr verdienten als ich….. dies waren etwa fast 25% - und schlussendlich kriegst du eh nur den Schuh in den Arsch!”
Was ist zu tun? Die “alte” Frauenbewegung existiert nicht mehr: wie könnte eine “neue” aussehen die Ungerechtigkeiten wie Lohnungleichheit beseitigt? [mehr]
Hier das Ergebnis nach einmonatiger Aufschaltung:
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Mein Jahresbruttolohn beläuft sich auf |
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unter chf 40′000 |
7 % |
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chf 40′000 bis chf 60′000 |
19 % |
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chf 60′000 bis chf 80′000 |
27 % |
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chf 80′000 bis chf 100′000 |
25 % |
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chf 100′000 bis chf 120′000 |
11 % |
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chf 120′000 bis chf 140′000 |
4 % |
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über chf 140′000 |
7 % |
bei 162 abgegebenen Stimmen.
11 Jan
von admin - Kategorie: Aktuelles
Nach dem öffentlichen Coming-out von Anne Will und Jodie Foster interessierte WyberNet die Situation in der Schweiz: Leben Lesben in unserm Land eher geoutet oder ungeoutet? Eine Umfrage dazu war während eines Monats auf www.wybernet.ch aufgeschaltet, und das Resultat ist eindeutig: Von den 336 Teilnehmerinnen bezeichnen sich 93% als geoutet, 31% davon nur in der Familie oder gegenüber guten Bekannten, 62% auch am Arbeitsplatz. 7% leben ungeoutet, 4% davon möchten dies auch bleiben, während sich 3% ein Coming-out im 2008 überlegen.
Sind dies erste Auswirkungen der Einführung des Partnerschaftsgesetzes, oder wie ist dieses Ergebnis zu interpretieren??
Endlich hat es ein schwuler Mann geschafft: Olivier Marillier wurde am Samstag, 1. Dezember, zum schönsten Mann der Suisse Romande gewählt! Nicht alle freuen sich gleichermassen. Als Buddhist kann der 31jährige Neuenburger die Kritik jedoch gelassen nehmen.
Gegenüber der Sonntagszeit le Matin Dimanche bekärftigte der neue Mister Suisse Romande, dass er einen Teil seiner Regierungszeit dazu benutzen will, die Bevölkerung für die Probleme junger Lesben und Schwulen zu sensibilisieren. In der Dienstagsausgabe von Le Matin führt Oliver Marillier aus, dass die Spitzenmodells längst vorgemacht hätten, dass es mit Blondsein und Mundhalten vorbei sei. Und so will auch der schönste Westschweizer kein Blatt vor den Mund nehmen.
Quelle: Pink Cross
03 Jul
von admin - Kategorie: Aktuelles, Gesellschaft
Der Westschweizer Tenor Hugues Cuénod wird am Dienstag 105 Jahre alt. Der Waadtländer hatte zuletzt im Januar von sich reden gemacht, als er die Partnerschaft mit seinem langjährigen Freund registrieren liess.Seinen Geburtstag werde er in aller Stille feiern, sagte der Jubilar. Dass er so alt geworden sei, dafür könne er nichts. «Ich habe nichts dafür getan und bin eher bequem. Aber ich habe eine robuste Gesundheit und einen Freund, der sich um mich kümmert».
Quelle:Tagesschau 25. Juni 2007,
s.a. http://de.wikipedia.org/wiki/Hugues_Cu%C3%A9nod
15 Mrz
von silber - Kategorie: Aktuelles, Gesellschaft
“Man kann über Homosexualität denken, was man will. Aber man kann nicht sagen, dass es widernatürlich ist”, sagt Geir Söli, Ausstellungschef des Osloer Naturkundemuseums, in dem zur Zeit eine Ausstellung mit dem Titel “Wider die Natur?” läuft. Die Ausstellung ist weltweit die erste zum Thema Homosexualität im Tierreich. Mehr dazu im Spiegel-Online.
In Zürich und Umgebung ist das Thema nicht neu. Im Rahmen des Warmen Mais werden alljährlich im Zürcher Zoo mehrere Führungen mit dem Titel “Homosexualität im Tierreich” durchgeführt. Die Führungen sind jeweils restlos ausgebucht. Und das nun schon seit Jahren… Bald ist wieder Warmer Mai und hoffentlich gibts noch freie Plätze an den Führungen.
Die Frage, ob sich Menschen mit Tieren vergleichen lassen, lässt sich natürlich kontrovers beantworten. Und doch “sei der Mensch die einzige Spezies, die Homosexualität als etwas Abnormes betrachtet”, sagt Biologe Martin Daly in einem Artikel der Zeit.