Unterstützung für Lambda Istanbul: Aufruf zu Spenden und internationaler Solidarität
05.06.2008 - 22:10 Uhr
Am 29. Mai hat ein Zivilgericht im Istanbuler Stadtteil
Beyoglu die schwullesbische Menschenrechtsorganisation Lambda Istanbul
verboten. Angeblich verstoßen die Ziele von Lambda Istanbul
"gegen das Gesetz und die Moral". Und laut Agenturmeldungen
argumentierte der Staatsanwalt vor Gericht, der Verein verstoße gegen das
Verfassungsgebot zum Schutz der Familie und gegen die "Moral", auch
sei der Name "Lambda" nicht türkisch. Dieser haarsträubenden Argumentation folgte das Gericht. Das Urteil ist skandalös und mit einem EU-Beitritt der
Türkei unvereinbar.
Lesben, Schwule und Transgender werden in der Türkei
immer wieder von Behörden und Justiz schikaniert. So wurde das Büro von Lambda
Istanbul erst am 7. April von der Polizei unter dem Vorwand durchsucht, Lambda
Istanbul fördere die Prostitution.
Lambda Istanbul wird sich gegen das Urteil vor dem
Obersten Berufungsgericht in Ankara zur Wehr setzen. Sollte das Recht der
LGBT-Organisation in der Türkei nicht durchzusetzen sein, wird Lambda Istanbul
bis vor den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg ziehen.
[Spendenaufruf der Hirschfeld-Eddy-Stiftung]
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