Homophobe Angriffe in Israel und Dänemark

04.08.2009 - 15:48 Uhr

Zwei junge Menschen wurden am Samstagabend vor einem les-bi-schwulen Zentrum in Tel Aviv von einem Unbekannten erschossen. Fünfzehn weitere Personen wurden verletzt. Der maskierte Täter schoss mit einer automatischen Waffe in eine Gruppe von jungen Schwulen und Lesben vor dem Zentrum und ergriff anschliessend die Flucht.

Das Zentrum selber habe in letzter Zeit keine Drohungen erhalten, erklärte der Polizeichef von Tel Aviv. Hingegen hatte er vorsorglich angeordnet, dass eine der benachbarten schwulen Bars am Samstag geschlossen bleibt und  anderen les-bi-schwulen Betriebe erhöhte Vorsicht empfohlen.

Yitzhak Aharonowich, Minister für innere Sicherheit, glaubt, dass das Attentat homophob motiviert war und versprach, die Polizei werde alles tun, um den Täter zu fassen, wie das Militärradio berichtete.

RepräsentantInnen der les-bi-schwulen Gemeinschaft sind ebenfalls überzeugt, dass Homophobie der Grund für die Tat war. In der Vergangenheit sei das Zentrum mit Hakenkreuzen bemalt worden. Der Präsident der Tel-Aviver LGBT-Bewegung sieht zudem einen Zusammenhang mit der heftigen Verurteilung von Homosexualität durch ultrareligiöse Kreise. Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass die Tat homophob motiviert war, wäre das der schwerste Angriff gegen Lesben und Schwule in der Geschichte Israels.


Bei den Outgames in Kopenhagen wurde ein Mann durch einen Sprengkörper leicht verletzt. Es ist bereits der zweite homophob motivierte Angriff auf die LGBT-Sportveranstaltung. Der zum Glück nur leicht an der Hand verletzte Mann konnte das Spital wieder verlassen. 

Gemäss Zeugenaussagen wurden zwei Sprengkörper zeitgleich während der 4x200-Meter-Staffel von der Tribüne des Østerbro-Stadions geworfen und sind explodiert. Eine weitere Bombe sei weniger als eine Stunde später in einem anderen Stadion explodiert, ohne dass jemand verletzt wurde.

Es handelt sich bereits um den zweiten offensichtlich homophob motivierten Angriff auf die Outgames. Am Freitag zuvor waren drei Teilnehmer während der Eröffnungszeremonie von zwei Männern angegriffen worden. Sie konnten das Spital mit leichten Verletzungen wieder verlassen. Die der Polizei bekannten Angreifer seien offenbar betrunken gewesen und blieben bis zum Ende der Spiele am 2. August in Haft. Quelle: Pink Cross

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