Geschlechtstest bei 800-Meter-Siegerin

21.08.2009 - 13:39 Uhr

Die frischgebackene 800-m-Weltmeisterin Caster Semenya aus Südafrika muss sich auf Weisung des Leichtathletik-Weltverbandes einem Sextest unterziehen. Zweifel, ob die 18-Jährige eine Frau ist, waren wegen ihrer männlichen Erscheinung bereits vor ihrem überlegenen Sieg im Final gestern Mittwoch aufgetreten.

Die Ergebnisse der genetischen Untersuchung sollen innerhalb einer Woche vorliegen. Sollte sich herausstellen, dass Caster Semenya ein Hermaphrodit (Zwitter) oder ein Mann ist, würde sie aus den Frauen-Konkurrenzen gestrichen. Sie gewann gestern mit der Jahresweltbestzeit von 1:55,45 überlegen WM-Gold. Semenya hatte erstmals drei Wochen vor den Titelkämpfen für Aufsehen gesorgt, als sie aus dem Nichts mit 1:56,72 erstmals Weltjahresbestzeit gelaufen war. «Wir haben keine Beweise, um ihr einen Start zu verbieten», sagte Verbandssprecher Nick Davies gestern vor dem 800m-Final.

Geschlechts-Tests sind bei den Olympischen Spielen 1968 eingeführt worden, nachdem eine Reihe von osteuropäischen Athleten in Verdacht geraten waren, Hermaphroditen zu sein. Vor den Sommerspielen 2000 in Sydney wurde die sogenannte «Gender verification» jedoch wieder abgeschafft; sie ist nur noch in zweifelhaften Fällen vorgesehen und wird in vereinzelten Sportverbänden praktiziert. Quelle: www.shoe.org


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